Gesprächsausstellung mit Walter Kohl “Ist das Leben schön?”

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Vortrag mit Publikumsdiskussion zum Thema “Ist das Leben schön? Trauerarbeit und Lebensfreude”
Kurhaus Baden-Baden Runder Saal Kaiserallee 1 76530 Baden-Baden

Weitere Informationen:
Kulturagentur EPIDAURIS
Gesprächsausstellung: Tröstliche Lebensbilder
- „…trotzdem Ja zum Leben sagen“: Gesprächsausstellung Lebensbilder – Ermutigung zur Trauerarbeit
Die kommende Gesprächsausstellung nimmt sich anhand von 40 Bildern der Trauer in Geschichte, Musik, auf dem Theater, selbst im Tanz, der Poesie und der erzählenden Dichtung an. „Alles braucht seine Zeit“, weiß Andrea Schmoll: „Das Leben, aber auch das Sterben. Lachen und Weinen, Klagen und Tanzen haben ihre Zeit. Sie folgen aufeinander und gehören zusammen.“ Darum steht den Bildern der Trauer und der Trauernden immer auch die Hoffnung gegenüber. Gewiss, kein leichtes Thema, fügt sie hinzu: „Aber wer über Trauer spricht, spricht immer auch über das Leben. Das verlangt, das man sich beiden stellt: „Trauern bedeutet eine schwere Last zu schultern, aber nicht von ihr erdrückt zu werden, sondern trotz alledem wieder einen Schritt ins Leben zu finden.“ Das bedeutet, Trauer anzunehmen und „…trotzdem Ja zum Leben sagen“, zitiert sie einen Satz des Wiener Psychiater und Holocaust-Überlebenden Victor Frankl. Die Gesprächsausstellung erweist sich dafür als die passende Form. Denn sie fasst in Worte, was das Schweigen über den Verlust hart und schwer macht. Sie löst die Last der Trauer auf und wandelt sie zu einer Kraft, mit der sich das Leben gestalten lässt. Wie gehe ich in der Zeit der Trauer mit mir selbst um?
Wie kann ich akzeptieren, was mich beschwert und dennoch mit Zuversicht weiterleben? Wie erkenne ich die Chance für mein Leben? Wie kann ich aus der Trauer Kraft für mein Leben gewinnen? „Es geht darum, Fragen zu stellen und neue Antworten zu finden, die es Betroffenen erlauben in einen neuen, befreiteren Lebensabschnitt einzutreten“, fasst Andrea Schmoll zusammen.
- Dazu sind die für die Ausstellung gewählten Beispiele aus Kunst und Kulturgeschichte als Anregungen zu verstehen, sich dem Thema offen und mit Zuversicht anzunehmen. Die Ausstellung wird mit einem Kulturgespräch mit Walter Kohl eröffnet, Autor des vielbeachteten Buches „Leben oder gelebt werden –Schritte zur Versöhnung“ eröffnet. Darin setzt er sich auch mit dem dem Thema Trauer in seinem familiären Umfeld auseinander, insbesondere mit seinen Erfahrungen rund um den Selbstmord seiner Mutter Hannelore. Herr Kohl hat Wege zu inneren Frieden mit Hilfe der Versöhnung entwickelt, die er gerne mit anderen Menschen teilt. Daher agte er spontan seine Teilnahme am Dialog zu, weil er weiß, „Wer seine Gefühle gestaltet, der gestaltet sein Leben.“ Trauer ist eine Realität. Wir müssen uns ihr stellen, sie zulassen, sie annehmen, aber immer so, dass trotz aller Trauer dem Leben eine neue Perspektive erwachsen kann. Für Walter Kohl ist zentral: „Wenn sich ein Trauerfall ereignet hat, dann können wir am Was nichts mehr ändern. Es gilt unseren Umgang mit dem Ereignis, das „wie gehe ich damit innerlich um“ zu gestalten. Walter Kohl und Andrea Schmoll werden im Dialog mit dem Publikum über neuen, versöhnungsbasierte Wege im Umgang mit Trauer sprechen.
Andrea Schmoll entwickelt das Konzept einer Gesprächsausstellung
Bemerkung zur Form der Gesprächsausstellung
Kultur ist alles, was Menschen unternehmen, um miteinander in Verbindung zu treten. Sie braucht den Künstler als Sender und ebenso das Publikum als den Empfänger. Daher ist der eine nichts ohne den anderen. Versteht man Kunst und Kultur als Kommunikation und Austausch zwischen Menschen, dann erweist sie sich als elementare Kraft, die alle erfasst, die an ihr teilhaben. Im Bild der „Kultur als Ressource“, lebt die Idee von Andrea Schmoll auf: „Kultur ist eine sprudelnde Kraftquelle, im gemeinsamen Erleben wird sie zur besonderen Kostbarkeit“, beschreibt es die in Baden-Baden lebende Kulturvermittlerin und Autorin. Darauf baut die von ihr entwickelte Form der Gesprächsausstellung. Zum einen nimmt sie das Werk ein Thema und seine Darstellung in künstlerischen Medien, ob in der Musik, der Literatur, dem Tanz, der Darstellenden und der Bildenden Kunst in Blick. Zum anderen fragt sie direkt nach dessen Wirkung auf die Menschen. Dazu braucht es für sie immer den Austausch, wozu sie hochkarätige Referentinnen und Referenten einlädt, um gemeinsam mit ihr und dem Publikum sich diesen Fragen anzunehmen.
Kunst lebt durch das Miteinander
Die Kulturvermittlerin Andrea Schmoll nutzt das Gespräch, um unmittelbar in der Ausstellung in Kontakt mit Gästen und Besuchern zu kommen. Daher stehen nicht allein der Künstler und das Kunstwerk im Mittelpunkt. Auch der Betrachter wird offensiv eingebunden und zum wichtigen Teil der Ausstellung. Er ist immer eingeladen, mitzureden, seine Sicht auf die Kunst mitzuteilen. „Damit entfällt die alte Vorstellung vom passiven Ausstellungsbesucher“, stellt Andrea Schmoll fest. Für sie ist es eine Notwendigkeit „gerade in Zeiten vorwärtsdrängender technisch-wissenschaftlicher Komplexität droht sich selbst die Kultur zu verlieren.“ Dem will sie mit dem Konzept der Gesprächsausstellung gegensteuern und lädt dazu ein, sich mit grundlegenden menschlichen Bedürfnissen auseinander zu setzen. „Ich will dem Denken, der Phantasie und dem Wertesystem durch eine neue Form der Ausstellung Raum zu geben.“ Wo Soziale Netzwerke und entpersonalisierte Führung vorherrschen, will sie „neue Räume für den wahrhaftigen und tatsächlichen Austausch schaffen. Denn kein Internetprofil kann die Begegnung mit dem anderen ersetzen.“ Daher lädt sie im Rahmen der Gesprächsausstellungen zu Workshops ein, in denen die Teilnehmer ihre künstlerische Kraft entdecken können, denn, betont Andrea Schmoll, „jeder Mensch trägt eine Form der Kreativität in sich.“

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