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Dem Genuss auf der Spur: Entdecken Sie mit Andrea Schmoll das Kulturerbe der Kochkunst

Wer wollte schon vom Kölner Dom eine Ecke abbeißen oder an der Mona Lisa knabbern? Niemand. Erstens, weil es verboten ist. Zweitens, weil es gewiss nicht schmecken würde. Doch man kann das Kulturerbe der Menschheit genießen, völlig legal und höchst bekömmlich. Andrea Schmoll, gebürtige Baden-Badenerin, hat ein Festmahl für alle Sinne rund um das Kulturerbe Kochkunst zubereitet. Dafür hat sie tief und intensiv in historischen Quellen recherchiert und schließlich aus den „Bibliothecae Gastronomicae“ manch’ ein kulinarisches Kleinod geborgen.

Obschon die Gastrosophie, die kulturgeschichtliche Beschäftigung mit der Kochkunst, erst eine Errungenschaft der 19. Jahrhunderts ist, erinnert uns Andrea Schmoll daran, dass die Kochkunst zeitlich viel weiter zurückreicht und nicht erst mit der Französischen Revolution beginnt. Schon der Papst war der „ziemlich erlaubten Wollust des Leibes“ zugetan, ließ seinen Bibliothekar Bartholomeo Sacchi alias Platina di Cremona eine zehnbändige Ausgabe über das irdische Speisen verfassen, der damit einen internationalen Bestseller landete. Damit jede Köstlichkeit ihren Weg vom Teller in den Mund finden konnte, entwickelte Katharina de Medici die Gabel: Mit deren Hilfe ließ sich die üppige, von der Mode der Zeit vorgeschriebene Halskrause schließlich überwinden. Vorbei waren die Zeiten, in denen man am ausgestreckten Arm vor Hunger darben musste.

In die Welt der Kulinarik hat Andrea Schmoll ihre Bekanntschaft mit dem ehemaligen Oberkellner Walter Putz, einem leidenschaftlichen Sammler von Literatur rund um das Thema der Koch- und Speisekultur geführt. Seitdem erkundet sie  die „Bibliotheca Gastronomica“ und begegnete dabei Köchen, Sammlern, Hoteliers und Kulturwissenschaftlern, darunter Anton Mosimann (OBE), dem „Koch der Queen“ und selbst Sammler gastrosophischer Literatur. Denn „der wahre Ort der Gastrosophie ist nicht die Küche, sondern das Hotel und der Salon“, lautet eine ihrer Entdeckungen zur Geschichte der Grandhotels. Dabei hatten diese Stätten der großbürgerlichen Pracht einen geradezu revolutionären Ursprung. Im Nachgang der Französischen Revolution bot die Eröffnung einer Suppenküche manch’ hungrigem Republikaner ein Auskommen und später zum Restaurant gewachsen und zum Hotel erweitert hohes Ansehen. Daher ist die Gastrosophie mehr als das trockene Brot der Erkenntnis. Sie braucht die Freuden der Tafel und die Konversation. Dafür bat Andrea Schmoll zuletzt Anton Mosimann (OBE)  zur von ihr konzipierten Gesprächsausstellung „Kulturerbe Kochkunst“ ins Alte Dampfbad in Baden-Baden.

In ihrem Hörbuch „Gastrosophie und Lebensfreude“ geht für sie die Liebe nicht nur durch den Magen, sondern auch durch das Ohr. Doch auf ihrer Reise durch die Welt des Genusses hat sie alle Sinne im Gepäck. Ihr soeben erschienenes Hörbuch „Kulturerbe Kochkunst“ entfaltet wie sein Vorgänger seine Wirkung dort, wo der Genuss ist: Bei einem Abend mit erlesenen Speisen, die Andrea Schmoll mit Anekdoten, Kuriosem und Wissenswertem aus der Geschichte der Kochkunst anreichert und vorträgt. „Ein Menü ist ein Erlebnis für alle Sinne, das nicht aus Büchern kommt. Es ist kein effektheischendes Event oder eine Show. Es ist Kulturgeschichte zum Einverleiben“ erklärt sie: Buchstäblich und in Gestalt eines „historischen Erlebnismenüs“, das in einer zeitgemäßen Zubereitung auch den Gaumen genussfreudiger Zeitgenossen erfreut.